Was ist eigentlich ein Zero Trust Konzept? 

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Ransomware fällt nicht vom Himmel: Oder wie ein Zero Trust Network Access als Lösungsansatz zur Verminderung der Anfälligkeit von Unternehmen für Angriffe aus dem Internet angewendet werden kann.


In der heutigen digitalen Welt sind Unternehmen permanent von Cyberangriffen bedroht, insbesondere von einer Bedrohung, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat: Ransomware. Diese bösartige Software verschlüsselt sensible Daten und verlangt von den Opfern ein Lösegeld, um sie wiederherzustellen. Neuerdings wird die sogenannte Double Extortion als wirkungsvolle Strategie angewandt. Die finanziellen Auswirkungen und der potenzielle Verlust von Unternehmensdaten machen Ransomware zu einer ernsthaften Bedrohung für Unternehmen. Um dieser Bedrohung effektiv entgegenzuwirken, hat sich der Zero Trust Network Access (ZTNA) als vielversprechender Lösungsansatz global etabliert. Dieser Essay erläutert, wie der ZTNA als Maßnahme zur Verminderung der Anfälligkeit von Unternehmen für Ransomware-Angriffe aussieht.

1: Ransomware und ihre Bedrohung für Unternehmen
Ransomware ist eine Art von Schadsoftware, die Unternehmen und Organisationen ins Visier nimmt. Sie wird häufig über Phishing-E-Mails, unsichere Websites oder gefälschte Software-Downloads verbreitet. Sobald Ransomware in das Netzwerk eines Unternehmens eindringt, verschlüsselt sie wertvolle Daten und fordert ein Lösegeld, um die Entschlüsselung zu ermöglichen. Die finanziellen und reputativen Schäden, die durch solche Angriffe entstehen können, sind erheblich.

2: Grundprinzipien des Zero Trust Network Access (ZTNA)
Zero Trust Network Access (ZTNA) ist ein Sicherheitskonzept, das auf dem Grundsatz beruht, dass keinem Benutzer oder Gerät innerhalb oder außerhalb des Unternehmensnetzwerks uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht werden sollte. Im Gegensatz zu traditionellen Netzwerksicherheitsansätzen, die auf einer "Vertrauen, aber überprüfen"-Mentalität basieren, geht ZTNA von einem "Misstrauen jedem, auch den internen Benutzern"-Ansatz aus.

3: Implementierung des Zero Trust Network Access
Die Implementierung von ZTNA erfordert mehrere Schritte und Technologien. Zunächst sollten Unternehmen ihre Netzwerkarchitektur überdenken und traditionelle, perimeterbasierte Sicherheitsmaßnahmen durch dynamische und kontextabhängige Zugriffsregeln ersetzen. Anstatt einem Benutzer oder einem Gerät uneingeschränkten Netzwerkzugriff zu gewähren, sollte ZTNA den Zugriff auf bestimmte Ressourcen und Anwendungen auf Basis von Identität, Gerätegesundheit, Standort und anderen kontextbezogenen Faktoren gewähren.

4: Vorteile des Zero Trust Network Access zur Bekämpfung von Ransomware
Der Einsatz von ZTNA als Lösungsansatz zur Bekämpfung von Ransomware bietet eine Reihe von Vorteilen:
- Erstens minimiert ZTNA das Risiko einer lateralen Bewegung der Ransomware innerhalb des Netzwerks, da der Zugriff auf Ressourcen und Anwendungen streng kontrolliert wird. Selbst wenn ein Gerät oder ein Benutzer kompromittiert wird, beschränkt ZTNA den Zugriff auf diejenigen Teile des Netzwerks, die für ihre spezifische Rolle und Aufgabe erforderlich sind.
- Zweitens ermöglicht ZTNA eine feingranulare Authentifizierung und Autorisierung. Durch die Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung und rollenbasierter Zugriffskontrolle wird das Risiko von nicht autorisierten Zugriffen erheblich reduziert. Benutzer müssen ihre Identität über mehrere Verifikationsschritte nachweisen, bevor sie auf geschützte Ressourcen zugreifen können. Zusätzlich sind die Anwendungsressourcen vor den Augen unbefugter Dritter verborgen. Auf diesem Weg lässt sich die Angriffsfläche von Unternehmen deutlich reduzieren.
- Drittens bietet ZTNA einen verbesserten Schutz für externe Benutzer und Remote-Arbeiter. Angesichts des zunehmenden Trends zur dezentralen Arbeit ist es von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen sichere Zugriffsmechanismen für Benutzer außerhalb des traditionellen Netzwerkperimeters bereitstellen. ZTNA ermöglicht es Unternehmen, Remote-Benutzern einen sicheren Zugriff auf geschützte Anwendungen und Daten zu gewähren, ohne dass sie sich physisch im Unternehmensnetzwerk befinden müssen.

5: Herausforderungen und Umsetzung von Zero Trust Network Access
Obwohl der Zero Trust Network Access als vielversprechender Lösungsansatz zur Bekämpfung von Ransomware und anderen Cyberbedrohungen gilt, gibt es auch Herausforderungen bei seiner Umsetzung. Die Implementierung von ZTNA erfordert eine umfassende Überprüfung der vorhandenen Netzwerkarchitektur, eine klare Definition von Zugriffsrichtlinien und die Integration geeigneter Sicherheitstechnologien. Es erfordert auch ein Umdenken in Bezug auf Sicherheit, da der Fokus von einem perimeterbasierten Ansatz auf eine granulare, kontextabhängige Zugriffskontrolle verlagert wird.

Unternehmen sollten auch bedenken, dass ZTNA kein einmaliges Projekt ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Es erfordert regelmäßige Überprüfung, Aktualisierung und Anpassung, um den sich ständig ändernden Bedrohungslandschaften gerecht zu werden.

Schlussfolgerung
Ransomware ist eine ernsthafte Bedrohung für Unternehmen, die finanzielle Verluste und erhebliche Schäden für ihren Ruf und ihre Geschäftskontinuität verursachen kann. Der Zero Trust Network Access (ZTNA) hat sich als vielversprechender Lösungsansatz zur Verminderung der Anfälligkeit von Unternehmen für Ransomware-Angriffe global etabliert. Durch die Implementierung von ZTNA können Unternehmen das Risiko einer lateralen Bewegung von Ransomware innerhalb ihres Netzwerks signifikant minimieren.

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